Wer ist Franz Menotti?

Mokka-Rubin lädt zur Ausstellung von im Mauerwerk gefundenen Dokumenten und im Nachgang recherchierten, spannenden kleinen Geschichten über den Baumeister Francesco Menotti (1867-1925), der die aufstrebende Eisenbahnerstadt Olten mit seinen Bauten prägte.
Vernissage: Donnerstag, 23.10.25 um 18.00 Uhr
Öffnungszeiten:
Donnerstag und Freitag 16-20.00 Uhr
Samstag 13-17 Uhr

Ein vergessener Oltner Architekt und Baumeister
Über die Kindheit von Francesco Menotti, 1867 in Viconago (Italien) nahe der Schweizer Grenze geboren, ist nichts bekannt. 1892 erhielt er vom Kanton Tessin ein Diplom für den Besuch einer gestalterischen Schule in Agno. Seine Arbeit wurde als „besonders erwähnenswert" bewertet.
Wann er nach Olten zog, ist unklar. 1905 erhielt er das Oltner Bürgerrecht und führte bereits seine eigene Firma. Aus Francesco war Franz geworden. Die rege Bautätigkeit der aufstrebenden Eisenbahnerstadt bot ihm gute Geschäftsmöglichkeiten. Er integrierte sich schnell in die Oltner Gesellschaft, wurde Mitglied der Jagdgesellschaft Born und heiratete Emilie Frey, Tochter einer wohlhabenden Bürgerfamilie.
Franz Menotti war ein typischer Unternehmer seiner Zeit: Er kaufte Land, um darauf Häuser zu planen, zu bauen und zu verkaufen. In Olten können ihm über 50 Gebäude zugeordnet werden, hauptsächlich Wohnhäuser. Als Baumeister wirkte er auch beim Bifangschulhaus, dem Stadttheater und verschiedenen SBB-Bauten mit. Arbeiten in Solothurn sind in dortigen Inventaren ebenfalls dokumentiert. Besonders aktiv war er im Oltner Steinacker-Quartier, wo er das gesamte Areal von den Erben des Mond-Wirts Josef Bernhard Hammer erworben hatte.
1924, kurz vor seinem Tod, ging seine Firma in Konkurs. Franz Menotti geriet weitgehend in Vergessenheit.

Emilie und Franz Menotti
Emilie und Franz Menotti

Bei Sanierung alte Pläne und Dokumente gefunden
2022 brachten Sanierungsarbeiten im Mokka-Rubin eine Überraschung: In den Nischen einer Hourdis-Decke fanden sich zerknitterte Pläne und Dokumente von 1915, offenbar als Stopfmaterial verwendet. Der Fund regte weitere Nachforschungen an. Die Resultate dieser Recherchen und die 110 Jahre alten Fundstücke sind nun öffentlich und unwissenschaftlich zugänglich gemacht worden.

Bauplan für ein Wohnhaus an der Ringstrasse in Olten
Bauplan für ein Wohnhaus an der Ringstrasse in Olten

Ausstellung mit der freundlichen Unterstützung von: Swisslos-Fonds Kanton Solothurn, Stadt Olten, AKB Olten, RBA Architekten GmbH, Schwab Liegenschaften AG, Studer Immobilien Treuhand AG, W. Thommen AG und SUR SCHNEIDER AG.

2026 wird das Mokka-Rubin saniert. Das dauert ungefähr ein Jahr! Wie es dann mit dem Lokal weitergeht, wird noch entschieden.